Meine Frau kann zaubern

oder

ich mach was ich will.



Meine Frau kann zaubern, sie macht, dass ihre Fehler meine werden.


Entweder passen wir nicht auf, oder sie können wirklich zaubern. Mir fiel immer wieder auf, dass ich Arbeiten erledigte, zu denen ich nicht aufgefordert wurde sondern durch geschickte Artikulation und interessanter Wortbildung meiner Frau, diese wie in Trance ausführte.

Der Mülleimer ist voll!“ Ich bringe ihn automatisch hinunter und schütte den Müll in die Mülltonne. Wie von Geisterhand bewegt, bringe ich ihr auch noch ein Eis aus der Kühltruhe mit.

Frische Luft würde uns bestimmt gut tun“! Ich stehe auf und öffne das Fenster. Das war natürlich anders gemeint. Nachdem meine Frau allein von ihrem Spaziergang zurückgekommen war, fragte ich sie nur, warum sie mir keine Flasche Bier mitgebracht habe, da ich doch vor ihrem Spaziergang gesagt hatte, dass ich durstig sei.

Woher soll ich denn wissen, was DU willst. Da musst du dich schon ein bisschen klarer ausdrücken und dein Bier kannst du dir auch selber holen. Die trinkst sowieso zuviel“!


Tags darauf, wir sprachen wieder miteinander, sagte sie mir kurz. „Die Tüten mit den Pfandflaschen sind voll“. Nahm ich zur Kenntnis. Die Tüten standen noch nach zwei Wochen voll in der Ecke. In diesen zwei Wochen wurde ich nicht mehr auf die vollen Tüten hingewiesen.

Als ich mir eine Kiste Bier kaufte, wurden die Tüten mit den Pfandflaschen mitgenommen und eingelöst. Ich hatte gewonnen.

Seit dieser Zeit erahne ich nicht mehr die Wünsche meiner Frau, sondern ich mache was ich will und wann ich will.

Ich habe ihr erklärt, dass ich gewisse Aufgaben nicht verschiebe, ich befinde mich lediglich in einem hochintelligenten Prozess kontinuierlicher Neu-Priororisierung.

Entweder klare Ansagen, oder selber machen ist jetzt meine Devise, und es klappt hervorragend ohne Ehestreitigkeiten.


Ein anderes Thema, welches meine Frau absolut nicht ab kann, wenn ich über andere Leute herziehe.

Ich ziehe nicht über andere Leute her, ich beobachte, analysiere und bewerte, um dann festzustellen, dass einige meiner Mitmenschen einen gewaltigen Dachschaden haben. Viele im näheren Umkreis. Soll heißen, im familiären und verwandtschaftlichen Bereich.

Aufgrund geistiger Verwirrtheit werden meist bei Feierlichkeiten Themen aufgegriffen, die jeden Psychologen, Psychiater, oder Verhaltenstherapeut aus der Reserve locken würden.

Beliebtes Thema: Krankheiten.

Nach dem Motto:“Was man hat oder haben sollte!“

An erster Stelle: „Rücken“. Schmerzen ohne Ende, so dass noch nicht einmal an Arbeiten gedacht werden kann, ohne vor Schmerzen zu schreien. Bandscheibenvorfall ersten Grades. Aber nur bis zum Wochenende, da man ja was größeres vorhat. Diese Wunderheilung hält aber nur über das Wochenende. Ab Montag hat man wieder „Rücken“. Neuer Bandscheibenvorfall, oder einfach nur pure Faulheit.

Die Symptome werden ja schön im Internet beschrieben, so dass ich ganz wichtig meine nicht vorhandene Krankheit super beschreiben kann.

Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema „Burnout“.

Kenne ich persönlich auch, mein Portemonnaie ist ausgebrannt, was mich zur Erschöpfung bringt.

Burnout“. Echt schlimme Krankheit, wünsche ich wirklich keinem.

Nun gibt es die sogenannte „Hobby-Burnouter“ die an bestimmten Tagen, meist Montags, ihre Erschöpfungszustände ausleben. Kann natürlich daran liegen, dass sie am Wochenende übertriebenes Outwork-Fitness betrieben haben. Eine outgesorcte Arrival-Party sie komplett beansprucht hat. Man hat an einem Veganer-kennenlern- Meeting teilgenommen und kann vor Hunger nicht mehr klar denken.

Also wird am Montag blau gemacht und der HT (Hirntod) Burnout ist am Dienstag fast wieder weg.

HT sind viele meiner Mitmenschen, sie merken es aber einfach nicht. Leider auch bei mir im Mitarbeiterbereich und hier besonders in der Führungsebene.

Ich habe hier manches Mal das Gefühl, gerade wenn sich die Führungsebene zu wichtigen Besprechungen getroffen hatte und ihre Ergebnisse preisgaben, es hier nur drei wichtige Themen gab: Mahlen nach Zahlen, Backen&Braten ohne Fett und wie werde ich Indianerhäuptling (oder Hubschrauberpilot)? Höhere Vorgesetzte stehen bei mir in der Kategorie „Immer schön aufpassen und die Typen im Auge behalten!“

Wir waren aber bei den Verwandten und deren Themen auf Feiern. Die Krankheiten haken wir hier mal ab, da Gluten-Fructose-Histamin und Lactoseintoleranzen bei mir nicht angesprochen werden. (Histaminintoleranz: biogene Amine werden nicht abgebaut, häufig bei Frauen) Es wird gegessen und getrunken, was auf dem Tisch steht. Basta ! Wem das nicht passt, der kann ja wegbleiben.

Auch veganes Essen gibt es bei mir nicht. Absolut nicht!!!

Obwohl, ich habe meine Ernährung auch umgestellt, die Schokolade steht jetzt links vom Laptop.

Die Themen Essen, Diät, abnehmen, und so weiter werden auf unseren Feiern nicht mehr angesprochen, dass kommt alles in die Kategorie „Krankheiten“. Es geht hauptsächlich um die Kommunale-und Weltpolitische Lage und dem alltäglichen Dorfklatsch. Also Dinge, von denen wir alle keine Ahnung haben. Eventuell vielleicht noch vom Dorfklatsch. Zu diesem Thema kommen wir später noch einmal an anderer Stelle zurück.

Nach ermüdenden 3-4 Stunden wird das Feld geräumt, Ruhe kehrt ein und meine Frau fragt mich zum 100sten Mal, warum ich wieder mal über andere Leute hergezogen habe. Was würde ich wohl sagen, wenn andere das bei mir machen würden. Ganz einfach. Wer hinter meinem Rücken über mich lästert, ist gerade an der richtigen Stelle, um mich am Ar... zu lecken. So einfach ist das.

Hole mir eine Flasche Bier, setze mich auf's Sofa und sehe mir eine weitere Folge „Der letzte Bulle“ an.

Meine Frau setzt sich dazu und wir beide genießen den restlichen Abend und sprechen kein Wort mehr über den vergangenen Tag.



Das mal in Kürze aus dem Familienleben von Uli